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Geld und Frauen* mit Behinderungen

Im Projekt geht es darum, Frauen* mit Behinderungen als Expertinnen sichtbar zu machen. Es geht auch darum, die Belastungen von Frauen* mit Behinderungen zu zeigen, in einer Welt voller Barrieren. Zum Beispiel beim Geld verdienen oder beim Umgang mit Geld. In Wien starteten die Arbeitsgruppen, es gab noch Treffen in Linz, Innsbruck und auch ein Online-Treffen. In den insgesamt vier Arbeitsgruppentreffen tauschten sich viele unterschiedliche Frauen* mit Behinderungen aus. Mentorinnen* mit Behinderungen teilten ihre Erfahrungen. Die Ergebnisse werden in einer Veranstaltung im Herbst präsentiert.

Austauschtreffen

26.06.2026 Austauschtreffen bei Selbstbestimmt Leben in Innsbruck

Beim vierten und letzten Austauschtreffen in Innsbruck kamen Frauen* mit unterschiedlichen Behinderungen zusammen, um über ihre Erfahrungen mit finanziellen Belastungen und den Herausforderungen des Alltags zu sprechen.
Die Themenschwerpunkten waren „Wie ich als Frau* mit Behinderungen mit dem Thema Geld umgehe. – Das Leben als Frau* mit Behinderungen ist teurer und belastender als bei Frauen* ohne Behinderungen.“ und „Wie ich mir meine Zeit, meine Energie und mein Geld einteile als Frau* mit Behinderungen. – Wie ich mit meinen Belastungen umgehe.“ statt. Die Anmeldung für den Austausch war bis 19.06. möglich. Genauere Infos zu den Einladungen findest du hier in schwerer Sprache und hier in einfacher Sprache.

In zwei moderierten Austauschgruppen berichteten die Teilnehmerinnen* offen über ihre persönlichen Erfahrungen. Dabei wurde deutlich, dass finanzielle Abhängigkeiten, gesellschaftliche Rahmenbedingungen und fehlende Unterstützung die Selbstbestimmung oft einschränken und mit Scham oder Unsicherheit verbunden sein können. Gleichzeitig wurde der Austausch als stärkend erlebt, weil die Frauen* voneinander lernen, sich gegenseitig unterstützen und ihre Erfahrungen als wertvolles Wissen teilen konnten.
Als wichtige Voraussetzungen für mehr ökonomische Selbstbestimmung wurden ein besserer Zugang zu Informationen, barrierefreie Beratungsangebote sowie gegenseitige Vernetzung und Solidarität hervorgehoben. Die Erkenntnisse aus dem Treffen fließen gemeinsam mit den Ergebnissen der bisherigen Austauschtreffen in das Projekt ein. Hier geht es zum Nachbericht des 4. Austauschtreffens.

Eine Frau* sitzt in einem Elektrorollstuhl und spricht in ein Mikrofon, das von einer neben ihr sitzenden Person gehalten wird. Eine weitere Person verfolgt das Gespräch aufmerksam. Die Aufnahme entstand in einem hellen Veranstaltungsraum und zeigt eine inklusive Gesprächssituation.
Eine Mentorin* spricht während einer moderierten Gesprächsrunde in ein Mikrofon und teilt ihre Erfahrungen mit den Teilnehmerinnen*. Foto: Alena Klinger

20.04.2026 Austauschtreffen beim Empowermentcenter in Linz

Der Austausch in Linz drehte sich um die Themen „Ich habe das Recht, selbstbestimmt und finanziell sicher zu leben,  in jeder Lebensphase. – Als Frau* mit Behinderungen mit Belastungen im Alter und in der Pension umgehen.“ und „Was stärkt mich bei finanzieller Unsicherheit und Abhängigkeiten? – Wege zu mehr Selbstbestimmung trotz fehlender Inklusion.“. Eine Anmeldung für das Austauschtreffen war bis 13.04. möglich. Genauere Infos findest du hier in schwerer Sprache und hier in einfacher Sprache.

Am 20. April 2026 trafen sich in Linz rund 15 Frauen* mit Behinderungen zum dritten Dialog über Geld und finanzielle Lebensrealitäten. In zwei Austauschgruppen wurden zentrale Themen wie ökonomische Unabhängigkeit, finanzielle Unsicherheit und eingeschränkte Selbstbestimmung diskutiert, wobei besonders die Sorge vor Altersarmut und strukturelle Hürden im Lebensverlauf deutlich wurden. Viele Teilnehmerinnen* berichteten, dass finanzielle Abhängigkeiten und gesellschaftliche Rahmenbedingungen ihre Handlungsspielräume einschränken und oft mit Schamgefühlen verbunden sind. Gleichzeitig wurde der Austausch als stärkend erlebt, da er neue Perspektiven, Wissen und Solidarität fördert. Als wichtige Ansätze wurden frühzeitige Information, barrierefreie Beratung sowie gegenseitige Unterstützung hervorgehoben, um mehr Selbstbestimmung zu ermöglichen. Hier geht es zum Nachbericht des 3. Austauschtreffens.

Eine kleine Gruppe von Erwachsenen sitzt in einem hellen Raum in einem Sesselkreis und führt ein Gespräch. Im Mittelpunkt spricht eine Frau mit einem Mikrofon und lächelt, während die anderen aufmerksam zuhören. Zwei Teilnehmerinnen* sitzen in elektrischen Rollstühlen. Im Hintergrund stehen Pflanzen auf der Fensterbank, und Tageslicht fällt durch große Fenster in den Raum. Die Atmosphäre wirkt offen, freundlich und respektvoll.
Gesprächsrunde im Rahmen des Projekts „Geld und Frauen* mit Behinderungen“. Foto: Ulli Engleder

25.03.2026 Austauschtreffen online

Die Einladung kündigte ein Online-Austauschtreffen am 25. März 2026 für Frauen* mit Behinderungen an, bei dem auch wieder das Thema Geld im Mittelpunkt steht. Die Auseinandersetzung fokussiert sich auf das Thema „Verantwortung übernehmen, andere und sich selbst versorgen – Familie, Beziehungen und Geld 
Wie schaffe ich das alles – und wo bleibe ich dabei? „. In einem geschützten Rahmen sollen die Teilnehmerinnen* über ihre persönlichen Erfahrungen mit finanziellen Situationen sprechen und darüber, wie Geld mit ihrem Alltag, ihren Lebensbedingungen und bestehenden Herausforderungen zusammenhängt. Ziel ist es, sich gegenseitig zuzuhören, voneinander zu lernen und ein gemeinsames Verständnis für finanzielle Ungleichheiten zu entwickeln.

Beim zweiten, online durchgeführten Austauschtreffen diskutierten rund 20 Frauen* mit Behinderungen über das enge Zusammenspiel von Geld, Verantwortung und Lebensrealität. Besonders sichtbar wurde das Spannungsfeld zwischen eingeschränkter Arbeitsfähigkeit und unzureichender finanzieller Absicherung, das viele in dauerhafte Unsicherheit bringt. Gleichzeitig zeigte sich der enorme mentale und organisatorische Aufwand im Alltag, der durch Care-Arbeit, Gesundheitsmanagement und bürokratische Hürden entsteht und meist unsichtbar bleibt. Steigende Lebenserhaltungskosten, Zuverdienstgrenzen und Abhängigkeiten von Familie oder Unterstützungssystemen verstärken Zukunftsängste zusätzlich. Der Austausch wurde als stärkend erlebt und machte deutlich, wie wichtig solidarische Räume sind, in denen Erfahrungen geteilt und gemeinsame Perspektiven entwickelt werden können. Gleichzeitig wurde aber auch deutlich, dass echte Verbesserungen nur durch tiefgreifende strukturelle und politische Veränderungen möglich sind. Hier geht es zum Nachbericht des 2. Austauschtreffens.

Ein Screenshot eines Videoanrufs mit mehreren Teilnehmenden in einer Rasteransicht. Insgesamt sind 16 Personen zu sehen, die meisten lächeln oder schauen in die Kamera. Einige tragen Headsets oder Brillen. Die Hintergründe variieren zwischen Wohnräumen, Regalen und unscharfen virtuellen Hintergründen. Die Mikrofone sind stummgeschaltet, was durch entsprechende Symbole angezeigt wird. Die Namen der Teilnehmenden sind geschwärzt.
Gruppenfoto einer Online-Videokonferenz mit mehreren Teilnehmerinnen*. Foto: FmB

27.02.2026 Austauschtreffen bei Ninlil in Wien

Am 27. Februar 2026 trafen sich die Teilnehmerinnen* in Wien, um ihre persönlichen Erfahrungen zu teilen, voneinander zu lernen und gemeinsam Wissen zu sammeln. Die Einladung richtete sich an Frauen* mit Behinderungen zu einem Austausch-Treffen zum Thema Geld und finanzielle Belastungen. Das Treffen ist Teil des Projekts, das die finanzielle Selbstbestimmung von Frauen* mit Behinderungen stärken und ihre Herausforderungen sichtbarer machen soll. Die Teilnahme war barrierefrei gestaltet, es gab Unterstützungsangebote wie Gebärdensprachdolmetschung sowie eine Aufwandsentschädigung von 40 Euro.

Kleingruppe von 6 Frauen mit Behinderungen in einem kleineren Zimmer - Sesselkreis
Teilnehmerinnen* einer inklusiven Veranstaltung im gemeinsamen Gespräch. Foto: Minitta Kandlbauer

Beim ersten Austauschtreffen in Wien zum Projekt „Geld und Frauen* mit Behinderungen“ kamen ca. 12 Teilnehmerinnen zusammen, um Erfahrungen zu finanzieller Selbstbestimmung zu teilen. Im Fokus stand, dass Frauen* mit Behinderungen Expertinnen* ihrer eigenen Lebensrealität sind und oft zu wenig Mitspracherecht sowie Informationen über ihre Rechte haben. In zwei Gruppen wurden unter anderem zentrale Themen wie Fremdbestimmung bei Geldfragen und strukturelle Einschränkungen durch Zuverdienstgrenzen diskutiert. Das Thema der Austauschgruppe 1 war „Es ist mein Geld. Auch wenn ich Unterstützung habe, bestimme ich.
Erfahrungen mit Erwachsenenvertretungen & anderen Personen, die mitentscheiden.“ und das Thema der Austauschgruppe 2 war Ich lebe mit Grenzen, wieviel ich verdienen und arbeiten kann.
Wege mit Teilzeit, Zuverdienstgrenzen und Honoraren umzugehen.“ Viele berichteten von finanziellen Barrieren, die Unabhängigkeit erschweren und Zukunftsplanung verhindern. Insgesamt wurde deutlich, dass politische Veränderungen notwendig sind, um mehr Selbstbestimmung und finanzielle Sicherheit zu ermöglichen. Hier geht es zum Nachbericht des 1. Austauschtreffens.

19 Frauen mit sichtbaren und unsichtbaren Behinderungen unterstützt von Frauen ohne Behinderungen sitzen im Kreis.
Frauen* mit und ohne Behinderungen treffen sich zum gemeinsamen Austausch im Sitzkreis. Foto: Minitta Kandlbauer

Projektstimmen

Im Rahmen des Projekts entstehen Audio-Clips, die Stimmen hörbar und spürbar machen. Sie laden dazu ein, zuzuhören, nachzudenken und neue Perspektiven kennenzulernen. Frauen* mit Behinderungen teilen darin ihre ganz unterschiedlichen Erfahrungen und Lebensrealitäten rund um das Thema Geld – offen, persönlich und vielfältig.
Die Clips geben Einblicke in individuelle Geschichten, Herausforderungen, Wünsche und Wege im Umgang mit finanziellen Themen. So entsteht ein vielstimmiges Bild, das zeigt, wie unterschiedlich und doch auch wieder wie ähnlich das Thema Geld erlebt wird – und wie wichtig es ist, darüber zu sprechen.

Rebekka P.

In dieser Aufnahme gibt Rebekka P. einen ehrlichen Einblick in ihre Erfahrungen als Frau* mit Behinderung und die finanziellen Herausforderungen ihres Alltags. Sie spricht über ihre persönlichen Erfahrungen im Berufsleben und damit einhergehenden finanziellen Hürden. Die Aufnahme macht deutlich, wie stark besonders Frauen* mit Behinderungen betroffen sind. Gleichzeitig hebt Rebekka P. hervor, wie wichtig Mut, Selbstbestimmung und Unterstützung sind.
Textversion Audio-Datei von Rebekka P.

Anni

Anni ist 44 Jahre alt, lebt in Wien, ist Mutter und arbeitet 20 Stunden. Ihr Alltag ist stark von Schmerzen, eingeschränkter Mobilität und schwierigen Ärzt*innenbesuchen geprägt, da es kaum passende Therapien gibt. Finanziell steht sie unter Druck, weil ihr Einkommen gering ist und gleichzeitig zusätzliche Kosten durch Kind und ihre Behinderung entstehen, während Unterstützungen wie Pflegegeld nicht ausreichen. Auch im Arbeitsleben sieht sie große Hürden für Menschen mit Behinderungen. Trotz allem betont sie die Bedeutung von Planung, Kommunikation und gegenseitiger Unterstützung im Alltag.
Textversion Audio-Datei von Anni

Projektbeschreibung

Wir wissen, dass Frauen* mit Behinderungen einem besonders intensiven Mental Load ausgesetzt sind. Sie sind nicht nur mit Barrieren konfrontiert, sondern leisten auch Care-Arbeit. Sie sind eher armutsgefährdet und befinden sich öfter in finanziellen Abhängigkeits-Situationen. Das österreichweite Projekt macht einerseits die Lebensrealitäten von Frauen* mit Behinderungen sichtbar. Andererseits schafft es Räume, in denen gemeinsames Lernen und Austausch unter Frauen* mit Behinderungen stattfinden kann.

Dafür werden regionale Mentorinnen-Dialoge in Wien, Linz, Innsbruck sowie online organisiert, in denen Peers die Selbstbestimmung von Frauen* mit Behinderungen stärken und sie empoweren. Es wird gegen Ende 2026 eine bundesweite Dialogveranstaltung geben, in der Frauen* mit Behinderungen ihre gewonnenen Erkenntnisse nutzen, um Stakeholder*innen gegenüber strukturelle Verbesserungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Dadurch wird ein wertvoller Beitrag zu mehr Gleichstellung und Gewaltprävention geleistet. Das im Laufe des Projektes generierte Wissen wird außerdem auf unserer Website gesammelt und barrierefrei sowie kostenlos für alle bereitgestellt.

Mehr Infos zum Ludwig Boltzmann Institut für Grund- und Menschenrechte (LBI-GMR) und Details zum Projekt: https://gmr.lbg.ac.at/frauen-mit-behinderungen-als-mentorinnen-fuer-oekonomische-selbstbestimmung-strategien-zur-entlastung-von-mental-load/

Peer-Expertinnenbeirat

Fünf Frauen mit Behinderungen unterstützen im Projekt als Beirätinnen:

  • Isabell Naronnig (Ninlil – Empowerment und Beratung für Frauen* mit Behinderung / Leitung und Beratung feministische Frauen* Peer-Beratung für Frauen* mit Behinderung)
  • Brigitte Heller (Gründerin und Vorsitzende Verein Lichterkette / Mental-Health Mentorin / Beirätin im Vorstand des VertretungsNetz / Beraterin im Bereich Berufliche Rehabilitation / Trainerin mit Iso-Zertifizierung mit Schwerpunkt Inklusion)
  • Melanie Wilhelmer (Sozialarbeiterin / Supervisorin und Coach / Mitglied im Vorarlberger Monitoringausschuss)
  • Monika Schmerold (Vorsitzende knack:punkt / Selbstbestimmt Leben Salzburg / Expertin und Aktivistin für die Rechte von Menschen mit Behinderungen und Barrierefreiheit)
  • Michaela Joch (Universität Wien – Arbeitsbereich Inklusive Pädagogik / Expertin für intersektionalen Ableismus)
Sieben Frauen sitzen gemeinsam an einem runden Tisch in einem Besprechungsraum und lächeln in die Kamera. Auf dem Tisch stehen Gläser, Tassen, Notizen und Stifte. Im Hintergrund ist ein Whiteboard mit Kalenderübersicht und Notizen zu sehen. Eine Frau sitzt rechts im Bild in einem elektrischen Rollstuhl. Die Atmosphäre wirkt freundlich und kollegial.

Projektpartnerschaft LBI und FmB

FmB startet als Projektpartnerin in Zusammenarbeit mit dem Ludwig Boltzmann Institut für Grund- und Menschenrechte (LBI-GMR) in das neue Projekt Frauen* mit Behinderungen als Mentorinnen für ökonomische Selbstbestimmung – Strategien zur Entlastung von Mental Load“. Es startet mit November 2025 und läuft bis Ende Dezember 2026. Fördergeber ist das Bundesministerium für Frauen, Wissenschaft und Forschung. Hier findet ihr einen Fortschrittsbericht unseres Projekts: Drei Dialoge zu den ökonomischen Lebensrealitäten von Frauen* mit Behinderungen

  • Presseaussendung am 8.März: Der Artikel beschreibt das Projekt, das die ökonomische Selbstbestimmung von Frauen* mit Behinderungen thematisieren soll, insbesondere durch einen Mentorinnen-Ansatz, bei dem Betroffene ihr Wissen und ihre Erfahrungen weitergeben. Er zeigt, dass Frauen* mit Behinderungen in Österreich stark benachteiligt sind – sie sind seltener erwerbstätig, häufiger von Armut betroffen und tragen zusätzlich hohe psychische Belastungen, einen sogenannten Mental Load. Das Projekt zielt darauf ab, durch Austausch, Sichtbarmachung von Problemen und konkrete Strategien langfristig mehr Gleichstellung und bessere politische Maßnahmen zu erreichen.