Wir sehen und erkennen an, dass es zahlreiche Geschlechter gibt. Um diese Realität sprachlich abzubilden, gendern wir in allen unseren Texten und Dokumenten. Doch warum verwenden wir genau den Stern * dafür?
Es gibt grundsätzlich verschiedene Möglichkeiten, in Texten zu gendern: mit Stern, mit Doppelpunkt, selten sieht man auch noch Unterstriche, Binnen-I oder Mediopunkte. Wichtig ist uns nicht nur, dass wir gendern, sondern auch wie wir gendern. Denn die Art und Weise wie Geschlechtervielfalt im Text ausgedrückt wird muss so barrierefrei wie möglich sein. Das ist einer von vielen Punkten, in dem Feminismus und Anti-Ableismus zusammengedacht werden müssen.
Hier gewinnt für uns der Genderstern, da er für viele Frauen* mit Sehbehinderungen auffälliger und daher besser wahrnehmbar ist als etwa der Doppelpunkt. Auch wenn Texte mit Genderstern per Screenreader gelesen werden, ergibt sich je nach Software und Einstellung in der Audio-Ausgabe die gewünschte kurze Sprechpause (auch: Gender-Pause, Glottisschlag). Diese Pause wollen wir, um auszudrücken: Hier ist Platz für alle Geschlechter und Identitäten, nicht nur „Mann“ und „Frau“.
Außerdem bietet der Stern weniger Verwechslungsgefahr mit einem regulären Satzzeichen. Weitere spannende Aspekte zum Thema Gendern & Barrierefreiheit findet ihr in diesem Artikel auf genderleicht.de.
Die Stadt Wien hat einen Leitfaden für geschlechtergerechtes Formulierungen und diskriminierungsfreie Bildsprache veröffentlicht.
Wir beobachten den Diskurs dazu laufend. Möchtest du uns deine Meinung mitteilen oder hast du Fragen? Schreib uns gerne!