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Shared Leadership bei FmB

    Seit Jänner 2025 leiten Heidemarie Egger und Julia Moser den Verein FmB – Interessensvertretung Frauen* mit Behinderungen im Shared Leadership. Dieses Führungsmodell ist für FmB mehr als nur eine organisatorische Entscheidung: Es ist Ausdruck einer inklusiven, feministischen und barrierefreien Arbeitsweise. Führung wird als gemeinsame Verantwortung verstanden, Wissen wird geteilt und Entscheidungen werden gemeinsam getragen.

    Warum Führung aufteilen?

    Das Shared Leadership bei FmB ist innovativ und barrierefrei, weil Verantwortung bewusst auf zwei Personen verteilt wird. Dadurch wird die Organisation unabhängiger von einzelnen Personen und langfristig resilienter. Denn FmB verfolgt das Ziel, auch bei personellen Veränderungen handlungsfähig zu bleiben – unser gewonnenes Wissen soll nachhaltig sein. Gleichzeitig wird das für Führungskräfte üblicherweise hohe Arbeitspensum von Beginn an realistisch eingeschätzt und bewusst auf zwei Personen verteilt. Die Verteilung von Aufgaben wird so fairer, nachhaltiger und für beide barrierefreier.

    Heidemarie Egger und Julia Moser verfügen beide über langjährige Expertise in den Bereichen Interessensvertretung, Inklusion, Barrierefreiheit, Partizipation, Disability Management, Organisations- und Unternehmensberatung sowie zu den Lebensrealitäten von Frauen* mit Behinderungen. Beide bringen zudem ihre eigenen Erfahrungen als Frauen* mit Behinderungen in ihre Führungsarbeit ein. Diese Verbindung von fachlicher Expertise und gelebter Erfahrung bereichert die strategische und operative Arbeit von FmB. Die beiden ergänzen sich gegenseitig durch unterschiedliche Fach-Schwerpunkte und Kompetenzen.

    Shared Leadership bedeutet dabei ausdrücklich nicht, jede Aufgabe gemeinsam zu erledigen. Vielmehr werden Verantwortungsbereiche klar abgegrenzt und operative Entscheidungen eigenständig getroffen. Strategisch bedeutsame, komplexe oder organisationsrelevante Entscheidungen werden hingegen gemeinsam überlegt. Die Gesamtverantwortung für die Arbeit von FmB wird gemeinsam getragen.

    Organisation in thematischen Domains

    Die Verteilung der operativen Verantwortung erfolgt in sogenannten Domains. Domains sind Themenbereiche, für die jeweils eine der beiden geschäftsführenden Co-Vorsitzenden zuständig ist.

    Julia Moser ist insbesondere verantwortlich für die Bereiche Vernetzung und strategische Kooperationen, Advocacy und politische Interessensvertretung sowie FmB-Vorstand, Human Resources und Administration. Inhaltlich liegt ihr Schwerpunkt derzeit vor allem auf den Themen Ökonomische Selbstbestimmung und strukturelle Teilhabe von Frauen* mit Behinderungen.

    Heidemarie Egger ist insbesondere verantwortlich für die Öffentlichkeitsarbeit, Workshops und Veranstaltungen, die Mitgliederarbeit sowie Projekte. Inhaltlicher Schwerpunkt ist bei ihr derzeit Gewaltschutz von Frauen* mit Behinderungen.

    Erfolgreiche Weiterentwicklung des Modells

    Nach dem ersten Jahr im Shared Leadership zeigt sich klar: Das Modell hat sich im Arbeitsalltag bewährt. Durch unterschiedliche Werkzeuge und Formen der Zusammenarbeit wurde die Arbeitsweise kontinuierlich weiterentwickelt. So hat sich eine effiziente Arbeitsweise entwickelt, die den Anforderungen beider Co-Vorsitzenden gerecht wird. Das Führungsteam kann laufend Arbeitspakete anpassen und aufteilen, sollte dies erforderlich werden.

    Ein wesentliches Element der Zusammenarbeit sind Kurzabstimmungen alle 2-3 Arbeitstage, die sorgfältig vorbereitet und laufend in OneNote dokumentiert werden. Diese Form der strukturierten Kommunikation ermöglicht es, Informationen transparent festzuhalten, Entscheidungen nachvollziehbar zu dokumentieren und jederzeit gegenseitig auskunfts- und handlungsfähig zu sein.

    Davon profitieren auch die beiden Mitarbeiterinnen im Team von FmB. Gegenüber den Mitarbeiterinnen treten die beiden Co-Vorsitzenden bewusst als gemeinsames Leitungsteam auf. Gleichzeitig ist durch die Aufteilung in Domains klar geregelt, welche Person für welche Themen die primäre Ansprechpartnerin ist. Diese Kombination aus klaren Zuständigkeiten und enger Abstimmung schafft Orientierung und Verlässlichkeit. Aus dem Team erhalten Heidemarie Egger und Julia Moser regelmäßig die Rückmeldung, dass ihre gute Abstimmung spürbar ist und die Zusammenarbeit wesentlich erleichtert.

    Shared Leadership als gemeinsamer Lernprozess

    Ein weiterer zentraler Bestandteil des Shared Leaderships ist die kontinuierliche Reflexion der Zusammenarbeit. Einmal pro Quartal nehmen beide eine professionelle Doppelsupervision in Anspruch. Diese bietet Raum, auftretende Fragen zu Führung, Rollenverständnis oder Kommunikation gemeinsam zu reflektieren. So wird die Qualität der Zusammenarbeit langfristig sichergestellt.

    Das Shared Leadership bei FmB versteht Führung als gemeinsamen Lern- und Gestaltungsprozess. Verantwortung, Wissen und Entscheidungen werden bewusst geteilt. Dadurch entstehen Kontinuität, gegenseitige Entlastung und eine resiliente Organisationsstruktur. Gleichzeitig verkörpert das Führungsmodell jene Werte, die FmB auch inhaltlich vertritt: Partizipation, Barrierefreiheit, Zusammenarbeit auf Augenhöhe sowie die Anerkennung unterschiedlicher Perspektiven und Kompetenzen als Stärke.

    Shared Leadership ist anti-ableistischer Feminismus in der Praxis

    Für FmB bedeutet feministische Führung, Verantwortung zu teilen, Zusammenarbeit auf Augenhöhe zu leben und unterschiedliche Perspektiven als Stärke zu verstehen. Anti-ableistisch ist dieses Führungsmodell, weil es nicht voraussetzt, dass eine einzelne Person dauerhaft allen Anforderungen gerecht werden oder jederzeit uneingeschränkt verfügbar sein muss. Verantwortung wird geteilt, Arbeit kann flexibel angepasst werden und unterschiedliche Voraussetzungen werden mitgedacht. Shared Leadership verbindet diese beiden Perspektiven und ist deshalb anti-ableistischer Feminismus in der Praxis.

    Mehr Infos über FmB

    FmB – Interessensvertretung Frauen* mit Behinderungen ist eine unabhängige Interessensvertretung und macht die Stimmen und Anliegen von Frauen* mit Behinderungen sichtbar und hörbar. FmB engagiert sich für die Etablierung eines intersektionalen, inklusiven und anti-ableistischen Feminismus, der die vielfältigen Erfahrungen und Identitäten aller Frauen* anerkennt und wertschätzt.

    Hier kann man Mitglied werden. Eine Eintragung in den wöchentlichen Newsletter ist ebenso möglich. Kontaktmöglichkeiten für Rückfragen zum Verein oder zum Shared Leadership Konzept findet ihr hier.