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Nachbericht FmB-Schreibabend 

    Am 27.04. organisierten wir einen Online-Schreibabend unter dem Titel “Wir erschreiben uns die anti-ableistische und feministische Utopie”. Das soll nun der Startpunkt sein für eine regelmäßige FmB-Schreibgruppe! Wenn ihr mitmachen möchtet, meldet euch gerne bei uns.
    Nach einer kurzen Einführungs-Runde bekamen wir Input von FmB-Mitglied und Autorin Ulrike Glösmann. Ihren Text findet ihr unterhalb! Danach schrieben wir zwei Szenen zu folgenden Impulsfragen: 

    • Wie fühlt sich dein Alltag in einer anti-ableistischen und feministischen Welt an – in einem ganz konkreten Moment? Beschreibe eine Szene: Wo bist du, wer ist bei dir, was ist anders als heute – in deinem Körper, in Beziehungen, in der Umgebung?  
    • Welche Formen von Fürsorge, Verbindung und Freude prägen diese Welt – und wie erlebst du sie selbst darin? Schreibe eine Situation, in der Unterstützung, Selbstbestimmung und Freude sichtbar werden – im Kleinen oder im Großen. 

    Wir haben gelernt, dass wir mit positiven Fantasien den Ängsten unseres Alltags begegnen können. Besonders schön war, dass alle Frauen* ganz unterschiedliche feministische und anti-ableistische Utopien geschaffen haben. Durch das Teilen und den Austausch konnten wir in die jeweils andere eintauchen. Im Schreiben steckt auch ein wichtiges Learning für uns Frauen* mit Behinderungen: Es geht um Freude und Mut, nicht um Perfektion. 

    Impulstext von Ulrike Glösmann: „Was ist das Schreiben für mich?“

    “Das Schreiben ist für mich…. 

    …wie ein sicherer Raum, ein sicheres Zelt, das mich umgibt, mir Vertrauen und Geborgenheit schenkt, mich stärkt. Gleichzeitig lässt es mich frei und unabhängig – selbstbestimmter sein. 

    Es ist ein Schutz- und Ankerraum, etwas, das mir niemand nehmen kann. Zweifel und Unsicherheiten am Schreiben und an mir sind dabei Teil des Schreibprozesses. Wenn ich jedoch schreibe, genauer gesagt, wenn ich am Laptop – Taste für Taste Worte zu Sätzen bilde, steigt in mir das Gefühl auf, genau richtig zu sein und das Richtige in diesem Moment zu tun. Ebenso, wenn ich eines meiner zig Notizbücher zur Hand nehme, am liebsten zum Bleistift oder zur Feder greife, spüre ich dieses gute Gefühl – am richtigen Ort zu sein. Zuhause zu sein. 

    Genau richtig so wie ich bin. 

    Andere Menschen dabei zu berühren, zu bewegen, zu motivieren, vielleicht Kraft zu schenken. Texte, Zeilen, Worte sogar in Zeitschriften, Büchern, Zeitungen und dergleichen zu lesen, ist ein unbeschreiblich erfüllendes Gefühl. Die eigenen Wahrnehmungen, die eigenen Positionen werden gesehen und gehört. Leise und sanft durch ausgewählte Worte, dabei mindestens genauso stark wie lautes Kämpfen. 

    Doch: ist es auch ein Protestieren, ein Sich-Erheben, meine Stimme erheben, für andere eine Stimme erheben, manchmal ein Wütendsein, wieder ein Protestieren mit Worten. 

    Ein Ventil gegen 

    dagegen 

    gegen Systeme, Strukturen 

    ebenso gegen eigene Grenzen und Unzulänglichkeiten 

    Ein Ventil vielleicht gegen  

    das Patriarchat 

    für, mit, von uns 

    Frauen 

    mit und ohne Behinderungen 

    Für alle.

    Danke, liebe Ulrike! Online könnt ihr sie auf ihrer Website und auf Instagram besuchen.