Am 22. Juni 2026 fand von 16:00 bis 20:00 Uhr ein Online-Empowerment-Workshop statt. Veranstaltet wurde der Workshop vom ÖZIV – Bundesverband für Menschen mit Behinderungen, die Umsetzung erfolgte durch FmB – Interessensvertretung Frauen* mit Behinderungen. Sechs Teilnehmerinnen* nutzten die Gelegenheit, sich in einem geschützten Rahmen auszutauschen und sich gegenseitig zu stärken.
Das soziale Modell von Behinderungen
Nach einer gemeinsamen Begrüßung stand zunächst das Kennenlernen im Mittelpunkt. Im weiteren Verlauf beschäftigte sich die Gruppe mit den Themen Behinderung, Ableismus und dem sozialen Modell von Behinderung. Das soziale Modell von Behinderung geht davon aus, dass Menschen nicht durch ihre medizinischen Diagnosen behindert werden, sondern vor allem durch gesellschaftliche Barrieren und diskriminierende Strukturen. Behinderungen entsteht demnach dort, wo fehlende Barrierefreiheit, Vorurteile oder mangelnde Teilhabemöglichkeiten Menschen daran hindern, gleichberechtigt am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.
Erfahrungen sichtbar machen
Besonders intensiv war der Austausch über persönliche Erfahrungen mit Ableismus und internalisiertem Ableismus. Die Teilnehmerinnen berichteten beispielsweise davon, dass ihre Fähigkeiten unterschätzt werden oder sie sich lange nicht getraut haben, notwendige Unterstützung oder Barrierefreiheit überhaupt einzufordern. Auch das Thema Intersektionalität nahm einen wichtigen Platz ein. Gemeinsam wurde reflektiert, wie sich unterschiedliche Diskriminierungsformen – etwa aufgrund von Geschlecht und Behinderung – überschneiden und welche Auswirkungen dies auf den Alltag von Frauen* mit Behinderungen hat. Der Austausch machte deutlich, dass viele Teilnehmerinnen* ähnliche Erfahrungen teilen und dass Solidarität und Vernetzung wichtige Ressourcen für Empowerment sind.
Die eigenen Rechte stärken
Im letzten Teil des Workshops standen die eigenen Rechte und das Recht auf ein gutes Leben im Mittelpunkt. Die Teilnehmerinnen* setzten sich mit Fragen auseinander wie: „Was würde sich verändern, wenn meine Rechte überall respektiert würden?“ oder „Welches Recht möchte ich bewusster wahrnehmen oder einfordern?“ Viele nannten den Wunsch nach mehr Selbstbestimmung, besserer Barrierefreiheit, gleichberechtigter Teilhabe und mehr Mut, die eigenen Bedürfnisse klar zu vertreten.
Mit neuer Kraft und Impulse
Zum Abschluss blickten die Teilnehmerinnen* gemeinsam auf den Nachmittag zurück. Besonders hervorgehoben wurden die offene und wertschätzende Atmosphäre sowie die Möglichkeit, sich mit anderen Frauen* mit Behinderungen auf Augenhöhe auszutauschen. Der Workshop zeigte einmal mehr, wie wichtig Empowerment, Vernetzung und das Wissen über die eigenen Rechte sind. Die Teilnehmerinnen* nahmen neue Impulse und das bestärkende Gefühl mit, mit ihren Erfahrungen nicht allein zu sein.