Im Rahmen eines Plenums der KritMed Wien (Kritische Medizin Wien) im Mai 2026 war FmB – Interessensvertretung Frauen* mit Behinderungen vertreten. KritMed ist eine Initiative von Medizinstudierenden und jungen Gesundheitswissenschaftler*innen, die sich mit sozialen Ungleichheiten, Diskriminierung und strukturellen Fragen im Gesundheitswesen auseinandersetzt.
Ziel war es, die Arbeit von FmB vorzustellen und zentrale Anliegen von Frauen* mit Behinderungen im Kontext von Gesundheit und Gesundheitsversorgung sichtbar zu machen. Wir berichteten über die Schwerpunkte von FmB sowie zu Entwicklungen der Arbeitsgruppe „Gesundheit und Gender Medizin“. Diese beschäftigt sich mit den gesundheitlichen Herausforderungen von Frauen* mit Behinderungen und den Wechselwirkungen von Geschlecht, Behinderung und Gesundheitsversorgung. Häufige Themen, zu denen sich FmB-Mitglieder in der Arbeitsgruppeaustauschen, sind unter anderem Diskriminierung im Gesundheitswesen, mangelnde Berücksichtigung in Forschung und Praxis, Fehldiagnosen aufgrund von Vorurteilen sowie sexuelle und reproduktive Gesundheit.
Außerdem präsentierte FmB-Mitglied Anna Rokop das sich entwickelnde Projekt RespectAble. Es soll Ärzt*innen, Medizinstudierende sowie medizinisches und administratives Personal für die Erfahrungen und Bedarfe von Frauen* mit Behinderungen sensibilisieren. Geplant ist ein frei zugängliches Online-Lernangebot mit anonymisierten Fallbeispielen und Reflexionsfragen, das zur Auseinandersetzung mit struktureller Diskriminierung und Barrieren im Gesundheitswesen anregen soll.
Im Austausch wurde zudem deutlich, dass sich viele Medizinstudierende im Rahmen ihrer Ausbildung eine stärkere Verankerung von Themen rund um Behinderung im Curriculum wünschen. Insbesondere wurden mehr Lehrinhalte zu den Lebensrealitäten, Bedarfen und Erfahrungen von Menschen mit Behinderungen sowie ein reflektierter Umgang mit Barrieren und Diskriminierung im Gesundheitswesen gefordert.
In der anschließenden Diskussion wurde die Begrifflichkeit „Behinderung“ thematisiert. Ausgehend von der historischen Pathologisierung homosexueller und trans Personen wurden unterschiedliche Perspektiven auf Sprache, Selbstbezeichnung und Entstigmatisierung diskutiert. Dabei wurde deutlich, wie eng Begriffe mit individuellen Erfahrungen und gesellschaftlichen Machtverhältnissen verknüpft sind.
Das Plenum bot einen wertvollen Raum für Austausch, Sensibilisierung und Vernetzung zu den Themen Gesundheit, Inklusion und Antidiskriminierung.
