Wir geben euch einen konkreten Einblick in unsere Arbeit als Interessensvertretung und wie wir zur Entstehung des „NAP Gewaltschutz“ (Nationaler Aktionsplan zur Bekämpfung von Gewalt an Frauen und Mädchen, 2025-2029) vom Bundesministerium für Frauen, Wissenschaft und Forschung beigetragen haben.
Am 20.05.2025 fand eine Auftaktveranstaltung im Frauenministerium statt, an der in über 100 Stakeholder*innen beteiligt waren. Bereits davor tauschten wir uns intensiv mit anderen Organisationen aus, um unsere Expertise zum Thema Gewaltschutz von Frauen* mit Behinderungen zu bündeln. Über die Auftaktveranstaltung hinaus haben wir eng in einer Unterarbeitsgruppe zusammengearbeitet mit dem Österreichischen Behindertenrat (ÖBR), dem Unabhängigen Monitoringausschuss, der Behindertenanwaltschaft und mit Ninlil.
Besonders eingesetzt haben wir uns zu Kapitel 8, „Gewaltfrei durch Berücksichtigung besonderer Vulnerabilität“. Enthaltene Maßnahmen sind beispielsweise die „Veröffentlichung einer Liste mit Empfehlungen zur Prävention von Gewalt an Frauen
mit Behinderungen“ sowie die „Erstellung einer Studie zu Gewalterfahrungen von Frauen und Mädchen mit Behinderungen, unter Berücksichtigung aller Lebensrealitäten, auch private Wohnformen“ (Seite 23 NAP). Bis 2029 sollen außerdem Barrieren im frauen- und gewaltspezifischen Unterstützungssystem erfasst, Lücken geschlossen und der Gewaltschutz für Frauen* mit Behinderungen verbessert werden. Frauen* und Mädchen* mit Behinderungen müssen des Weiteren freien Zugang zu Empowerment-Maßnahmen (Workshops) bekommen, welche ermöglichen, Gewalt zu benennen und den Handlungsspielraum hinsichtlich möglicher Unterstützungen zu erweitern.
Nicht alle unsere Forderungen haben Platz gefunden, dennoch konnte die Mitwirkung eine wertvolle Basis für einen besseren Gewaltschutz von Frauen* mit Behinderungen in Österreich legen. Wichtig ist uns, weiter dran zu bleiben und kontinuierlich zu diesem Thema weiter zusammenzuarbeiten!