Am 25. und 26. September 2026 fand in Kooperation mit dem ÖZIV unser Workshop zum Thema „Empowerment für Frauen* mit Behinderungen“ in Salzburg statt. Gemeinsam mit sechs teilnehmenden Personen gestalteten Heidi Egger und Magda Leitner von FmB zwei Tage voller Austausch, gemeinsamer Reflexion und neuer Perspektiven.
Besonders schön war, wie reflektiert die Teilnehmenden ihre Erfahrungen und Perspektiven eingebracht haben. Sie haben spannende Fragen aufgeworfen und uns dazu angeregt, unsere eigenen Inhalte und unsere Sprache zu hinterfragen. So konnten wir alle voneinander lernen und viele wertvolle Impulse für unsere weitere Arbeit mitnehmen.
Ein wichtiges Ergebnis war die gemeinsame Entscheidung, innerhalb des Workshops den Begriff FLINTA zu verwenden. FLINTA steht für Frauen, Lesben, intergeschlechtliche, nicht-binäre, trans und agender Personen. Der Begriff macht unterschiedliche geschlechtliche Identitäten und Lebensrealitäten sichtbar und schafft Raum für Menschen, die von geschlechtsbezogener Diskriminierung betroffen sind. Dabei ist uns wichtig, Begriffe bewusst und respektvoll zu verwenden und unterschiedliche Selbstbezeichnungen anzuerkennen.
Auch unsere Erklärung von Intersektionalität haben wir gemeinsam kritisch betrachtet. Wir wurden darauf hingewiesen, dass wir nicht nur erklären sollten, was Intersektionalität bedeutet, sondern auch, woher der Begriff kommt. Geprägt wurde er 1989 von der US-amerikanischen Juristin Kimberlé Crenshaw. Sie zeigte auf, dass Schwarze Frauen Diskriminierung nicht allein aufgrund ihres Geschlechts oder ihrer Hautfarbe erfahren, sondern dass sich verschiedene Diskriminierungsformen überschneiden und gemeinsam wirken können. Intersektionalität hilft uns deshalb zu verstehen, wie beispielsweise Geschlecht, Behinderungen und Rassismus zusammenwirken und individuelle Lebensrealitäten beeinflussen.

Ein besonderes Highlight war die Aktivierungseinheit mit Anna Eberl, einem FmB-Mitglied mit Ausbildung zur Trainerin. Anna bekam Raum, eigene Übungen anzuleiten. Mit Bewegung, spielerischen Aufgaben und Assoziationen brachte sie die Gruppe in Schwung und aktivierte die Teilnehmenden auf besondere Weise. Es war schön zu erleben, wie Anna ihre neu erworbenen Kompetenzen einbringen und die Gruppe damit begeistern konnte.
Inhaltlich beschäftigten wir uns außerdem mit Ableismus, Sprache und Behinderung, Selbstbestimmung und dem Setzen persönlicher Grenzen. Dabei ging es immer wieder um die Frage, wie wir uns gegenseitig stärken, Barrieren abbauen und eine feministische und anti-ableistische Gesellschaft mitgestalten können.
Auch für das leibliche Wohl war bestens gesorgt: Mit Unmengen an Snacks und gutem Essen wurden wir während der beiden Workshoptage wunderbar versorgt. So blieb auch zwischen den inhaltlichen Einheiten Raum für Gespräche, Begegnungen und gemeinsames Durchatmen.
Unser Fazit: Empowerment bedeutet, voneinander zu lernen, Erfahrungen ernst zu nehmen und auch die eigenen Perspektiven immer wieder zu hinterfragen. Wir nehmen viele wertvolle Anregungen aus diesen beiden Tagen mit und bedanken uns bei allen Teilnehmenden für ihre Offenheit, ihre klugen Fragen und ihre wichtigen Beiträge.
