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Nachbericht: Workshop „Leading as a woman* with disabilities“

    Am 7. März 2026 fand im Rahmen des Treffens des EDF Women’s Committee der Workshop „Leading as a woman with disabilities – Challenges, strategies and resources on national and European level“ statt. Ziel des Workshops war es, gemeinsam zu reflektieren, was es bedeutet, als Frau* mit Behinderung Führungsrollen zu übernehmen. Welche Herausforderungen bestehen und welche Strategien und Ressourcen können dabei unterstützen?

    Das European Disability Forum (EDF) ist die europäische Dachorganisation von Behindertenorganisationen und vertritt die Interessen von über 100 Millionen Menschen mit Behinderungen in Europa. Das EDF Women’s Committee setzt sich speziell für die Rechte und Sichtbarkeit von Frauen* mit Behinderungen ein und fördert deren politische Teilhabe.

    Der Workshop wurde von Julia Moser und Heidemarie Egger von FmB moderiert, die durch das Programm führten und den Austausch zwischen den Teilnehmerinnen anleiteten. Zu Beginn gaben sie eine kurze Einführung in die Arbeit der Interessenvertretung Frauen* mit Behinderungen (FmB) und in die Ziele des Workshops.

    Daniela Rammel vom Verein Right Now stellte den Disability Leadership Lehrgang vor, der gemeinsam mit der Bertha von Suttner Privatuniversität St. Pölten umgesetzt wird und Menschen mit Behinderungen darin unterstützt, Führungsrollen zu übernehmen. Gemeinsam mit Katharina Steidl berichtete sie auch von ihren eigenen Eindrücke. Beide betonten, wie wertvoll es für sie ist, nun Teil einer unterstützenden Gruppe zu sein, in der sie Erfahrungen austauschen und sich gegenseitig stärken können.

    In den anschließenden Reflexionsrunden teilten die Teilnehmerinnen* ihre Perspektiven darauf, was Leadership für Frauen* mit Behinderungen bedeutet. Mehrere Beiträge betonten, wie wichtig es ist, für die eigenen Bedürfnisse einzustehen und gleichzeitig empathisch gegenüber anderen zu bleiben. Eine Teilnehmerin beschrieb, dass ihre Wut über Ungerechtigkeiten oft eine wichtige Motivation sei – entscheidend sei jedoch, diese Energie positiv für Veränderung zu nutzen.

    Viele berichteten, dass ihre eigenen Erfahrungen mit Behinderungen sie zu besonders aufmerksamen und empathischen Führungspersonen gemacht hätten. Diese Erfahrungen würden oft auch als Expertise verstanden, etwa wenn es darum geht, jüngere Frauen* zu begleiten. Gleichzeitig wurde deutlich, dass Frauen* mit Behinderungen häufig für sich selbst eintreten und ihre Rechte aktiv einfordern müssen.

    Auch Solidarität und gegenseitige Unterstützung wurden immer wieder als zentrale Ressourcen genannt. Eine Teilnehmerin* betonte rückblickend auf ihr Berufsleben, wie wichtig es gewesen sei, nicht allein zu sein, sondern sich mit anderen Frauen* auszutauschen und gemeinsam Herausforderungen zu bewältigen. Offen über Probleme zu sprechen, die Realität zu sehen und dennoch nicht aufzugeben, wurde als wichtiger Teil von Leadership beschrieben.

    Zugleich wurden auch strukturelle Barrieren thematisiert. Einige Teilnehmerinnen* berichteten von Erfahrungen mit Diskriminierung im Arbeitsleben oder davon, häufig die einzige Frau* oder die einzige Person mit Behinderung in einem Team zu sein. Umso wichtiger sei es, Netzwerke aufzubauen, solidarisch miteinander zu arbeiten und als Role Models für jüngere Generationen sichtbar zu sein.

    Der Workshop machte deutlich, wie wichtig Räume für Austausch und gegenseitige Stärkung sind. Leadership wurde dabei nicht nur als formale Führungsposition verstanden, sondern als kollektiver Prozess, der auf Solidarität, Empowerment und gegenseitigem Lernen basiert. Trotz erster Fortschritte besteht weiterhin großer Handlungsbedarf, damit mehr Frauen* mit Behinderungen in Führungspositionen vertreten sind.

    Bild 1: Eine Barbie-Puppe steht auf einem Tisch und hält einen weißen Blindenstock. Daneben liegt das Buch „You Don’t Look Sick“. Vor der Puppe liegt eine Karte mit der Aufschrift „Ich bin eine anti-ableistische Feministin.“ Im Hintergrund ist ein Seminarraum mit Tischen, Stühlen und einem Laptop zu sehen.

    Bild 2: In einem Seminarraum spricht eine Frau an einem Rednerpult in ein Mikrofon. Auf dem Pult steht eine kleine Puppe im Rollstuhl. Neben dem Pult sitzt eine Frau mit Laptop und lächelt. Im Hintergrund arbeiten weitere Teilnehmerinnen an Tischen; ein Banner des Österreichischen Behindertenrats ist zu sehen.

    Bild 3: Eine Frau steht an einem Rednerpult und spricht in ein Mikrofon während eines Workshops. Auf dem Pult stehen ein Laptop und eine kleine Puppe im Rollstuhl. Im Hintergrund sitzen Teilnehmerinnen und Teilnehmer an Tischen.