Bei der 1. FmB-Generalversammlung am 14. November 2025 organisierten wir das Rahmenprogramm „FmB-Talks“. FmB-Mitglieder teilen ihre Erfahrungen, ihr Wissen, ihre Botschaft mit uns. Dieser Beitrag in der Reihe ist ein Transkript von Anna Rokop, die uns einen wunderbaren Videogruß geschickt hat.
FmB Talk von Anna Rokop
„Mein Name ist Anna Rokop – Anni. Ich bin ein Mitglied bei FmB und schicke euch heute diesen Videogruß!
Ich finde es wichtig, ganz besonders in diesen Zeiten, dass wir eine Interessensvertretung haben. FmB – Frauen mit Behinderungen, das sind wir! Wir vertreten unsere Interessen. Es wird sonst niemand machen. Darum ist es gut, wenn sich jeder von uns – auch du – im Rahmen seiner Möglichkeiten hier engagiert. Heute dabei zu sein ist schon mal ein großer Schritt.
Wir können uns hier im sicheren Rahmen gegenseitig unterstützen. Greift zu und nutzt auch die Empowerment-Angebote von FmB um euch selbst zu stärken. Und überlegt euch, ob ihr noch einen weiteren Schritt machen wollt, vielleicht einmal einen kleinen. Eine Freundin mit Behinderung mitbringen, im Bekanntenkreis von FmB erzählen und dazu sagen, dass man Ally werden kann um die Bewegung zu unterstützen, an einem Workshop teilnehmen, einer Arbeitsgruppe beitreten, Netzwerken, Ideen einbringen. Such dir was aus.
Und an dieser Stelle ein ganz großes DANKESCHÖN an das Team und an alle, die sich bereits engagieren.
Außerdem habe ich noch einen Life-Hack für euch, wenn ich das so nennen darf. Ich habe mich bisher hauptsächlich auf medizinischer Ebene mit meiner Behinderung auseinandergesetzt. Es gibt aber auch die gesellschaftliche Ebene. Hier gibt es viele Begriffe. Hinter denen stecken Konzepte, die in unserer Welt wirken, z. B. Ableismus, Intersektionalität oder Unconcious Bias. Was bewirkt das in der Welt? Was hat das für Auswirkungen auf mich? Auf meine Familie? Wie geht es mir damit? Wie geht es anderen Frauen* mit Behinderungen damit? Wie wollen wir damit umgehen? Wenn man mit einer Behinderung aufwächst und die Dinge schon immer so waren, hinterfragt man sie oft nicht. Auch wenn man plötzlich eine Behinderung hat, wird man dadurch nicht automatisch zur Expertin. Ich rate jeder Frau* mit Behinderungen, sich mit diesen Dingen auseinanderzusetzen: Bücher, Podcasts, Workshops, persönlicher Austausch und so weiter. Dann kann man plötzlich Dinge benennen, die Zusammenhänge werden einem bewusst, das eine oder andere Bauchgefühl macht plötzlich auch im Kopf Sinn. Das bringt einem persönlich ganz viel – und dazu möchte ich euch einladen. Niemand steht hier alleine da – wir sind eine Gemeinschaft.“