Am 27. Februar 2026 fand in Wien das erste Austauschtreffen zum Thema „Geld und Frauen* mit Behinderungen“ statt.
Die Veranstaltung ist Teil des Projekts „Frauen mit Behinderungen als Mentorinnen für ökonomische Selbstbestimmung – Strategien zur Entlastung von Mental Load“. Ziel des Projekts ist es, die Erfahrungen von Frauen* mit Behinderungen sichtbar zu machen, ihre Rechte zu stärken und das Bewusstsein dafür zu erhöhen. Der Austausch fand den gesamten Nachmittag in den Räumlichkeiten von Ninlil – Empowerment und Beratung für Frauen mit Behinderung statt.
Zu Beginn kamen alle 19 Teilnehmerinnen in der Großgruppe zusammen, um anzukommen. Anschließend wurde das Projekt vorgestellt und erklärt, warum der Austausch über Geld für Frauen* mit Behinderungen besonders wichtig ist. Dabei wurde betont, dass Frauen* mit Behinderungen Expertinnen* ihrer eigenen Lebensrealität sind und ihre Erfahrungen gesammelt werden, um daraus Wege und Lücken im Umgang mit Mental Load zu finden.
Danach wurden zwei Austauschgruppen gebildet, die jeweils von einer Mentorin begleitet wurden. Die Mentorinnen Iris Grasl und Rebekka Pimperl brachten eigene Erfahrungen ein und unterstützten den Austausch in den Gruppen. Ihre Rolle war es, ihre Erfahrungen mit der Gruppe zu teilen und dadurch einen Raum zu schaffen, in dem auch andere Frauen* ihre eigenen Erlebnisse und Perspektiven einbringen konnten.
Die erste Gruppe hatte den Titel „Es ist mein Geld. Auch wenn ich Unterstützung habe, bestimme ich.“. Hier ging es um Erfahrungen mit Erwachsenenvertretungen und anderen Personen, die bei finanziellen Entscheidungen mitbestimmen. Viele Frauen* berichteten, dass ihre Wünsche oft nicht ausreichend berücksichtigt werden, zum Beispiel wenn sie sich eine Frau* als Erwachsenenvertreterin wünschen. Außerdem wurde deutlich, dass viele Frauen* selbst entscheiden möchten, was mit ihrem Geld passiert. Gleichzeitig wurde angesprochen, dass Frauen* mit Behinderungen oft zu wenig Informationen über ihre Rechte und Möglichkeiten erhalten.
Die zweite Gruppe beschäftigte sich mit dem Thema „Ich lebe mit Grenzen, wieviel ich verdienen und arbeiten kann.“. In dieser Gruppe wurde über Teilzeit, Zuverdienstgrenzen und Honorare gesprochen. Viele Teilnehmerinnen* berichteten, dass diese Grenzen sie stark einschränken und ihnen das Gefühl geben, finanziell klein gehalten zu werden. Es wurde auch angesprochen, dass es für Frauen* mit Behinderungen sehr schwierig ist, Geld zu sparen und langfristig finanziell unabhängiger zu werden. Auch Kredite zu bekommen ist für viele kaum möglich.
Nach der Gruppenarbeit kamen alle Teilnehmerinnen* wieder in der Großgruppe zusammen. Die wichtigsten Punkte aus beiden Gruppen wurden vorgestellt und gemeinsam besprochen. Dabei wurde deutlich, dass viele Frauen* ähnliche Erfahrungen mit finanziellen Einschränkungen und mangelnder Selbstbestimmung machen. Viele Teilnehmerinnen betonten auch, dass es klare politische Entscheidungen braucht, damit Frauen* mit Behinderungen finanziell unabhängiger leben können und nicht ständig Angst vor Armut haben müssen.
Zum Abschluss gab es noch Zeit und ein kleines Buffet. In dieser entspannten Atmosphäre konnten die Teilnehmerinnen den Austausch vertiefen. Gleichzeitig wurde der Wunsch nach weiterem Austausch deutlich.